Rebell mit Kreuz und Schwert

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Titel: Rebell mit Kreuz und Schwert

Autor: Heinz Kruschel

Format: ePUB

Seitenzahl: 136 (Printausgabe)

Erscheinungsdatum: 28.10.2014

Beschreibung Rebell mit Kreuz und Schwert

Rebell mit Kreuz und Schwert. Das Buch für Kinder ab 12 Jahren gibt einen spannenden Einblick in die Geschehnisse um 1525. Der Prediger Thomas Müntzer gibt sich mit den Lehren von Martin Luther nicht zufrieden und kämpft nicht nur gegen die vom Papsttum beherrschte geistliche Obrigkeit, sondern auch gegen die weltliche Ordnung, gegen Klassenunterschiede, Ausbeutung und Unterdrückung. Das Buch zeigt das Wirken Müntzers bis zu seiner Hinrichtung und große Schlachten des Bauernkrieges auf. An packenden Einzelschicksalen zeigt Kruschel überzeugend die Not und Unterdrückung der Landbevölkerung auf. LESEPROBE: Lang waren die Nächte im März. Das Kienspanlicht flackerte, im Zimmer war es kühl. Müntzer legte sich eine Decke um die Schultern und setzte sich wieder an den Tisch. Im Johanniterhof war es ruhig. Die Feder des Predigers kratzte. Das einzige Geräusch im Zimmer. Müntzer schrieb Briefe, beantwortete Schreiben aus Franken und Schwaben, aus thüringischen Städten, aus Hessen und aus dem Mansfeldischen. Er warnte vor dem zu frühen Losschlagen, beschwor die Freunde und Schüler: Die Sache kann nur gewinnen, wenn wir uns alle einig sind. Lasst darum die Verbindungen nicht abreißen. Ein neues Blatt, ein neuer Brief. Dazwischen Gedanken, quälende Überlegungen: Wird es uns gelingen? Ottilie huschte ins Zimmer und stellte eine Mahlzeit auf den Tisch. Flüchtig aß Müntzer, seine Frau setzte sich auf einen Schemel und sah ihm zu. „Manchmal glaube ich“, sagte sie leise, „dass Pfeiffer nicht mehr unserer Meinung ist, und das macht mir Sorgen.“ Müntzer blickte überrascht auf. Nach einer Weile des Überlegens sagte er: „Ist es ein Fehler, wenn er mit den alten Feinden der Stadt Mühlhausen abrechnen will? Mit den Klöstern, mit den Grafen? Er ist nicht gegen uns, Ottilie.“ Die Frau seufzte. „Ich denke, er sieht nicht über die Mauern hinweg. Er denkt nur an die Feinde Mühlhausens.“ „Wir sind keine geborenen Bürger dieser Stadt“, sagte Müntzer, „wer will es dem Pfeiffer verübeln, wenn er zuerst an seine Heimatstadt denkt? Es wird sich zeigen, dass er auch über die Mauern Mühlhausens hinwegsehen kann.“ „Geb’s Gott“, sagte die Frau. Müntzer überlegte. Die armen Bauern und die armen Stadtleute können weder lesen noch schreiben. Pfeiffer hält sie für ungebildet, sie beherrschen nicht das Handwerk der Waffen. Aber das ist doch nicht ihre Schuld. Und alles ist zu lernen. Pfeiffer muss einsehen, dass Mühlhausen keine Insel ist.